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24. Shanna

  Shanna hatte schon lange zugeh?rt, zu z?hlen, wie viele Abzweigungen und H?hlenr?ume sie auf ihrem Weg gesehen hatte. Jedes Mal keimte die Hoffnung auf, endlich bin ich am Ziel angekommen. Aber… wenn es so gewesen w?re, h?tte Emily es ihr mitgeteilt. So wie... jetzt.

  Ihr Herz schl?gt mit jedem Schritt schneller und st?rker… bis hoch zum Hals. Der Puls beschleunigt sich automatisch, als sie keine Kontrolle darüber hatte. Sie wirkte nerv?s und aufgeregt, weil sie nicht wusste, was sie erwartete, wenn sie Neil wieder gegenüberstand. Wie sah er aus? Hatte er sich ver?ndert? War er schwer verletzt? So vieles ging ihr durch den Kopf und ebenso hatte Shanna darauf keine Kontrolle. Ihre Gedanken und ihr Verstand spielten verrückt. Natürlich hatte sie solch ein Gefühlschaos noch nie gehabt und es verwirrte sie mit jedem weiteren Schritt. Es fühlte sich an wie eine tiefverankerte Sehnsucht, die sie ohne Umschweife vorantrieb. Shanna gestand es sich offen ein: Ihr Herz schl?gt für diesen Mann und gleichzeitig für seinen Wolf. Seine W?rme, Liebenswürdigkeit, Aufmerksamkeit und absolute Hingabe ihr gegenüber. Es hatte sie in diesem Punkt weich und zerbrechlich gemacht.

  Am Eingang blieb Shanna stehen und überblickte den Raum, ob Gefahr drohte, und auch den Gang weiter entlang. Sie spüren nichts… keine Vibration oder ein anderes drückendes Gefühl. Erst danach gew?hrte sie den anderen dreien ein Nicken und richtete ihre volle Aufmerksamkeit auf den H?hlenraum. überall standen silberne K?fige und in einigen waren Wesen untergebracht. Einige in ihrer tierischen Gestalt und andere in ihrer menschlichen Form. Nur grob überblickte Shanna ihre Umgebung, aber Neil konnte sie nicht erkennen. Ihr Atem stockte und dieser unangenehme, bei?ende Geruch, der sich in ihren Atemwegen verbrannte, ignorierte sie, w?hrend sie weiter in den Raum vordrang. Gezielt schritten ihre Fü?e in ihrer lautlosen Stille voran. Sie blickte in jeden K?fig und mit jedem weiteren Blick, den sie entdeckte, schockierte sie stetig mehr. Dieser Zustand und die darin liegenden K?rper… entsetzten sie zutiefst. Shanna wusste, wie grausam ihr Volk war, aber das hier war eine andere Grausamkeit: dahinvegetieren lassen. Ohne Verst?ndnis. Und die vereinzelten Hasserfüllten Blicke und vermutlich Laute von diesen Wesen bemerkte sie, trafen sie mit jeder weiteren Erkenntnis.

  Vor allem bei einem, der sich in seinem Wolf verwandelt hatte... sein gehetzter, hasserfüllter goldener Ausdruck in den Augen, wie sein Fell verbrannt aussah, als k?mpfte er verzweifelt und stemmte sich erneut gegen die silbernen Gitterst?be, als versuchte er, auszubrechen und im n?chsten Augenblick anzugreifen. Doch sein K?fig… er wirkte kleiner als im vorherigen Augenblick. Das war absolut makaber und grausam… die J?ger nutzten eine ihrer sensibelsten Schw?chen... ihre Freiheit und den Drang nach Bewegung.

  Beim letzten K?fig angekommen, sanken ihre Schultern entt?uscht herab, weil Shanna so sehr gehofft hatte, Neil w?re hier... aber… das war er nicht. Sie musste ihn dringend finden. Als sie ihren schwarzen Schopf wandte, entdeckte sie durch die ganzen K?fige hindurch, dass vorne in einer der Zellen ein Mann sich halb aufgerichtet hatte und zu Emily blickte. Sie konnte an seiner Bewegung erkennen, dass er irgendetwas sagte, konnte es aber weder h?ren noch von den Lippen lesen. Dann machte sie eine weitere Entdeckung. Sein Oberk?rper trug einen schwarzen Trainingsanzug und der kam ihr mehr als bekannt vor. Er mochte locker über seinen K?rper h?ngen, weil seine Gestalt schlanker war, aber dennoch durfte sie ihn nicht untersch?tzen.

  Mit neuem Mut und Hoffnung lief sie nach vorne. Shanna stellte sich provokativ in sein Sichtfeld. Dieser Mann musste etwas wissen… sie erkannte es in seinem eiskalten, dunklen Blick. Auch als sie fragte, lie? sie ihm keine M?glichkeit zu lügen. Sie brauchte dringende Informationen, egal wie lange sie darum bitten oder verlangen musste. Selbst blieb sie eisern und verfolgte das Auseinandersetzen mit den zwei Kindern und wie es aussah, war es genau der Wolf, den sie gesucht hatten. Zwischen ihnen stand eine Verbindung, das erkannte Shanna vom ersten Augenblick an. Nicht wegen der vertrauten Worte, sondern wegen der erh?rteten K?rpersprache. Sie hatte viel im Rudelclan der MacKenzie gelernt. Erkannte es an Gesten und Mimiken. Daher wunderte es sie nicht, als dieser Mann ihr ein Ultimatum stellte.

  Shannas Augen verengten sich leicht, w?hrend sie diesen Wolfswandler weiterhin musterte. ?Wir h?tten dich ohnehin freigelassen, ohne dass du mich das fragen musst“, warf sie ungezwungen ein, weil jedes Wesen, das sie bisher begegnet waren, das zu gew?hren.

  Der düstere Ausdruck in seinem Gesicht verflüchtigte sich mit einem Schlag, sein Schock in seinen Augen zu lesen. ?Was…?“

  ?Du hast mich richtig verstanden“, sprach Shanna klar und deutlich, als müsste sie es ihm noch einmal rüberbringen. ?Wir haben versprochen, wenn wir anderen Wesen auf unserem Weg begegnen, werden wir ihnen die Freiheit schenken.“

  Neben ihr erschien der kleine Junge, der sich bisher tapfer gehalten hatte. Ebenso seine kleine Schwester, die im Laufe des Weges wach geworden war. Sie war am Anfang sehr zurückhaltend und ?ngstlich, aber durch ihren Bruder hatte sie ihnen langsam Vertrauen und Zuwendung geschenkt. ?Sie hat Recht“, sagte der Junge mit ehrlicher und aufgeregter Stimme. ?Wir haben ein paar Waldelfen befreit und sogar drei D?monen“, sprach er nickend weiter und Shanna erkannte dieses Funkeln in seinen Augen, weil er einen Beitrag geleistet hatte. Ohne die Kinder h?tten sie definitiv nicht nahtlos mit den anderen Wesen kommunizieren k?nnen. Für sie waren Emily und sie der alleinige Feind. Die zwei sü?en Wesen, die Shanna in ihr Herz geschlossen hatte, ohne etwas dagegen unternehmen zu k?nnen, waren mit Leib und Seele dabei gewesen. Das erforderte wirklich Mut, sich vor solch m?chtigen Mythenwesen zu stellen. Vor allem vor D?monen, die für ihre k?mpferische Natur bekannt waren. Es hatte zwar eine Weile gedauert, aber sie waren ohne Umwege durch das Portal gegangen, welches ihre Schwester ge?ffnet hatte, damit sie zu der Ebene kam, auf der sich N?x? befand. Shanna h?tte nicht gedacht, dass es solch einen riesigen Unterschied machte, aber die Wesen reagierten wirklich auf den Nachwuchs. Ganz gleich, woher sie kamen. In der Mythenwelt gab es einen besonderen Schutz… wie einen sogenannten Welpenschutz.

  Shanna bat Emily, den K?fig zu ?ffnen, weil sie den Schlüssel bei sich trug und er au?erordentlich praktisch war. Ohne gro?artig zu suchen oder eine L?sung zu finden, wie sie K?fige, Ketten oder sonstige Gef?ngnisse ?ffnen konnten. Es erleichterte einiges und das war ein kluger Schachzug und eine Voraussicht von ihrer Schwester gewesen, Abdrücke herzustellen. Das war eine weitere Einsicht in Emilys Inneres gewesen und wie sehr ihr diese Augenblicke nachhingen. Ihre Schwester war kein herzloses Wesen, welches alles hinnahm oder akzeptierte. Nicht, wenn Shanna sah, wie der Blick sanft auf den beiden Wandlerkindern ruhte.

  Kaum dass der Mann vor ihnen aus dem silbernen K?fig gestiegen war, machte Shanna einen Schritt nach hinten und g?nnte den dreien ihr Wiedersehen und den K?rperkontakt. Sie fielen sich gegenseitig in die Arme und die Kinder klammerten sich an diesen Wolf, als w?re er ihr sicherer Hafen. ?Danke“, sagte der Mann mit offenen Augen und sein dunkelblauer Blick wirkte pl?tzlich sanfter.

  ?Nicht dafür. Das…“, seufzte Shanna auf und schaute ihn aufmerksam an. ?Das ist das Mindeste, was meine Schwester und ich für euch tun k?nnen. Es tut mir leid für das, was mein Volk mit euch macht“, schluckte sie hart und sah sich in den anderen K?figen um. ?Wir würden auch gerne alle anderen hier befreien, aber ich glaube, das wird nicht so einfach sein, wenn ich ihren Zustand sehe. K?nntet ihr als gleichwertige Wesen mit ihnen kommunizieren, sodass sie sich nicht gleich auf uns stürzen, sondern ihre Kraft dafür aufwenden, in Sicherheit zu bringen?“, fragte Shanna und eine W?rme strahlte an ihrem linken Handgelenk aus, als es pl?tzlich zu leuchten begann. Der helle blaue Schein der kleinen Mondsichel auf ihrem goldenen Kettchen… schien ununterbrochen zu funkeln, als saugte er vieles ein.

  ?Wo… woher hast du dieses… Armband? Diese Mondsichel…“, stockte der Wolfswandler und seine geweiteten Augen waren darauf gerichtet.

  Shanna war nicht überrascht. ?Du kannst eine Verbindung dazu spüren, nicht wahr?“, fragte sie und deutete auf das Kettchen. ?Dadurch, dass eure Mondg?ttin nicht hier sein kann, gab sie mir dies mit, damit ich von eurem Volk hier verlorene Seelen aufsammle“, erkl?rte sie.

  Der schockierte Ausdruck auf dem Gesicht des Wolfes wurde tiefer. ?Unsere… Mondg?ttin hat sich dir… offenbart? Einer J?gerin?“, fragte er mit skeptischen Worten, stand dann zu seiner v?lligen Gr??e auf und nahm die beiden Kinder jeweils auf eine Seite, w?hrend er eine gro?e Hand auf ihren H?uptern legte. ?Wenn das so ist…“, unterbrach er sich und Shanna konnte seine Worte nicht mehr lesen, als er sich von ihr abwandte.

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  Da stupste Emily sie an und Shanna wandte ihre Aufmerksamkeit ihr zu. ?Er meinte, er würde sich darum kümmern, dass er hier alle bes?nftigen kann.“ Dankbar l?chelte Shanna ihrer Schwester zu und nickte.

  Da regte sich der Mann vor ihr wieder, sein Ausdruck verwirrt und irritiert. ?War ich… zu leise?“

  Kopfschüttelnd sah Shanna zu ihm auf... er war einige Zentimeter gr??er als sie. ?Nein, ich kann dich nur nicht h?ren, weil ich kein Geh?r besitze. Ich kann aber von den Lippen lesen, wenn jemand mit mir kommunizieren will. Aber dreht sich jemand weg, vernehme ich nichts mehr“, erkl?rte sie. Verwundert schaute der Wolf sie mit gro?en Augen an und nickte, als h?tte er verstanden. ?K?nntest du mir jetzt sagen, wo sich Neil befindet?“

  Der Mann vor ihr strich sich mit einer Hand durch sein wildes dunkelbraunes Haar. Er besa? durch seinen starken Bartwuchs das Aussehen eines Wilden und nicht die ruhige Art, die er jetzt zeigte. ?Aye, aber nenn mich Hamish“, bekr?ftigte der Wolf vor ihr und würde sein Angebot annehmen. ?Bevor… ihr aufgetaucht seid, wurde er von anderen J?gern abgeholt. Vermutlich werden sie ihn in dieses beschissene Folterlabor bestrafen, für all die Worte, die er ihnen an den Kopf geworfen hat. Ebenso finden sie an Neil einen Gefallen, weil…“, unterbrach er sich und starrte mit seinen dunkelblauen Augen in ihre. Intensiv und forschend, als brannte sich etwas in ihr fest. ?Weil er seltsam ist.“

  Shannas Blick verfinsterte sich und ihr gefiel nicht, wie Hamish Neil sah. ?Was… meinst du damit?“, klang ihre Stimme vermutlich genauso, wie sie sich gerade fühlte... ver?rgert und missmutig.

  ?Naja, wie soll ich sagen“, meinte er und kratzte sich nebenbei am vollen Bart. ?Jedes Mal, wenn sie Neil zurückbrachten… er war v?llig mit seinem Blut überstr?mt, aber… sein K?rper sah stets unversehrt aus. Als würde er nichts erleiden. Was stimmt mit diesem Wolf nicht?“, fragte Hamish und sah sie mit erwartungsvoller Scharfsicht an.

  Shanna war innerlich zerrissen und schluckte hart. Ihr K?rper versteifte sich weiter und ein eiskalter Schauer lief durch sie hindurch. Noch eine weitere Sekunde konnte sie hier nicht rumstehen und warten. Nein, sie musste los... zu ihrem Gef?hrten. Neil brauchte sie, weil das nagende, beklemmende Gefühl in ihr st?rker wurde. Mit jedem weiteren Schritt, den sie machte. Darum wandte sie sich an Emily. ?Bitte… kümmere dich darum. Ich muss gehen.“

  Die zweifarbigen Augen ihrer Schwester weiteten sich schlagartig. ?Nein… du solltest nicht alleine gehen“, widersprach sie mit ernsten Gesichtszügen.

  ?Ich muss, aber auch die hier k?nnen nicht weiter auf ihre Befreiung warten. Bitte“, flehte sie Emily an und wandte sich an Hamish. ?Bitte unterstütze sie dabei und pass auf, dass ihr nichts passiert“, bat sie diesen Wolf.

  Ohne eine weitere Zustimmung abzuwarten, rannte Shanna aus dem Raum mit den silbernen K?figen und lief rechts entlang. Den Gang weiterführend… nebenbei das Gespür, sie n?herte sich ihrem Wolf. Shanna hielt noch immer ihre blutigen Dolche in der Hand, die sie erneut hatte anwenden müssen, w?hrend sich weitere Wendigos in den Weg gestellt hatten. Als h?tten sie auf sie gewartet... und doch hatten Emily und sie get?tet… ohne zu z?gern. Allein schon wegen Conall und Maura… die sich vor Angst an die Wand gehockt hatten, damit sie nicht im Weg standen. In den Armen haltend und ihre Augen geschlossen. War auch gut so, denn sie sollten das nicht sehen. Nicht das T?ten. Darum war Shanna jetzt bereit, sollten sich Weitere ihr in den Weg stellen. Zwischen ihr und Neil… sie würde sich den Weg freik?mpfen. Jederzeit.

  Doch stockte mit ihren Schritten, als Shanna weiter vorne einen weiteren H?hleneingang entdeckte. Daraus schien helles Licht und erhellte teilweise den Flur. Ein unbekanntes lautes Rauschen str?mte durch ihren K?rper… die Stille ein erdrückender und belastender Teil. Sie würde das schaffen. W?hrend sie weitere Schritte nach vorne ging… ihrem Ziel n?her kam, griff sie verst?rkt nach ihren Dolchen. Als Anker ihres Haltes. Ihr Herz schlug mit jeder weiteren Fortbewegung schneller in ihrer Brust, als k?mpfte es.

  Vorsichtig und kampfbereit stellte Shanna sich in das Licht, welches aus dem Raum drang und ihre Aufmerksamkeit auf Alarmbereitschaft. Ebenso ihr Seitenblick in den H?hlenraum und was sie da sah, lie? sie scharf nach Luft schnappen. Sie… sie sah ihn… endlich wieder. Ihr Herz blieb in ihrer Brust stehen und sie konnte ihren violetten Blick nicht von ihm abwenden. Ohne es zu bemerken, trat sie in den Raum, der leer erschien. Nur Neil hing vor ihr an eisigen Ketten, die sich in sein Fleisch gruben. Er schien bewusstlos zu sein und hing mit seinem ganzen schweren Gewicht, blutverschmiert, nackt und sein sonst so helles braunes Haar wirkte pl?tzlich durch das br?unliche getrocknete Blut dunkel und klebrig.

  Sofort stürmte Shanna auf ihn zu, aber pl?tzlich packte etwas ihren schwarzen Pferdeschwanz und riss sie brutal zurück. Ein glei?ender Schmerz breitete sich auf ihrem Kopf aus, der sie zischend zusammenzucken lie?. Sofort drehte sie sich in dem Schwung und schwang ihre Dolche zum Angriff, aber ihr gegenüber wich gekonnt aus. Ein erneuter Hieb zu seinem Handgelenk, welches ihre Haare noch immer im Griff hatte, aber loslassen musste. Ebenfalls wich er geschickt aus und stand nun ihrem Angreifer gegenüber. Die Gestalt war in einem wei?en Kittel eingehüllt und der mit blutigen Flecken versehen war. Eine dicke Brille auf seiner Nase, finstere Gesichtszüge und mit einer drohenden Haltung. Shanna wusste sofort, wessen Blut es war… Neils. Er war es, der Wissenschaftler, der ihn und alle anderen qu?lte und in den abtrünnigen Tod schickte. Mit eiskalten Augen und voller Mordlust starrte Shanna ihn an.

  Wieso hatte sie ihn hinter sich nicht bemerkt? War sie zu sehr von Neil abgelenkt worden?

  ?Du…“, vernahm sie sein erstes Wort und seine violetten Augen sprühten vor Gift. ?Wage es auch nur einmal mein geliebtes Objekt anzufassen. Sein Leben geh?rt mir“, drohte er, aber Shanna ignorierte ihn und setzte schon einen Fu? vor den anderen, bereit zuzuschlagen, denn er war ebenfalls allein. Doch kaum dachte sie es, traten hinter ihm fünf weitere J?ger… mit erbarmungslosen violetten Augen… bereit sofort anzugreifen.

  ?Glaubst du allen Ernstes, euer Eindringen bleibt unbemerkt? Ihr habt eine Spur hinterlassen“, warf er ihr vor und es war Shanna egal. Sie hatten getan, was getan werden musste.

  ?Ich… werde euch alle umbringen, wenn ihr ihn auch nur noch einmal anfasst“, drohte Shanna pers?nlich und würde jeden hier niederstrecken. Selbst wenn sie ihr Leben lassen müsste, aber für Neil und die anderen tat sie es mit Freude.

  Danach geriet alles ins Chaos. Shanna stürmte vor und erkannte im Hintergrund, wie ihre Schwester mit ihren Erdbeerblonden Haaren auftauchte und mit ihrem dünnen Draht einen von hinten an der Kehle umschlang und zurück riss und lautlos seinen Mund schreiend aufriss. Der Wissenschaftler wich aus und überlie?, all den anderen den Vortritt zu k?mpfen, weil er sich sicher war, hier als Sieger rauszugehen. Der Hinterhalt von ihrer Schwester lie? die J?ger für einen Augenblick z?gern, was für sie Zeit genug war, einen Vorteil zu nutzen. Ohne Gnade und Erbarmen stürzte Shanna sich nach vorne und schlitzte und stach einen nach dem anderen die Kehle auf. Einen Sto? ins Herz und Organe oder s?mtliche anderen Arterien wurden sauber durchtrennt. Blitzartige Bewegungen, die sie gekonnt ausführte und Emily ihre Bewegungslosigkeit zunutze machte. Auch sie ernteten Tritte und Schl?ge von ihnen, was sie leicht zum Taumeln brachte, aber kein Grund zum Aufgeben.

  Keuchend atmete Shanna durch ihren Mund, als der letzte K?rper lautlos und blutend auf dem Boden aufschlug, w?hrend sich um ihnen eine r?tliche Blutlache bildete. Diese Sekunde ihrer Unvorsichtigkeit nutzte der Wissenschaftler aus und sie wollte sich ihm zuwenden, aber er hatte schon l?ngst einen harten Griff um sie gelegt und hielt ein Messer an ihre Kehle, welches scharf in ihre Haut schnitt, worauf ein kleines Rinnsal von Blut ihren Hals hinab lief. ?Lass deine Dolche fallen, oder ich t?te dich gleich“, fauchte der Wissenschaftler mit kaltblütigen Augen und Shanna konnte gerade so mit einem Seitenblick zu ihm auf erkennen, was er sprach. Obwohl er ein Wissenschaftler war und nicht auf dem Schlachtfeld stand, war er dennoch gef?hrlich, weil jeder J?ger lernte zu k?mpfen. Shanna tat es, ihre verkrampften, klebrigen Finger lockerten ihren Griff und die Schwerkraft lie? ihre Dolche schwer zu Boden fallen. Ihr Herz schlug schneller, ihre Augen huschten blitzartig hin und her und überlegte krampfhaft, wie sie hier wom?glich herauskam und riskierte, einen kurzen Blick zu Emily, die regungslos dastand und den Wissenschaftler nicht aus den Augen lie?.

  ?Und du… du hast versprochen dich nicht einzumischen“, erz?hlte der Wissenschaftler mit einem raubtierhaften Blick, w?hrend Shanna eine Vibration an ihrem Rücken verspürte. Als würde er knurren und ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn lenken. Aber laut Emilys Ausdruck in ihrem Gesicht, die verwirrt wirkte, machte den Wissenschaftler wütend und trieb die Klinge weiter in ihr zartes Fleisch, was zu brennen begann. Sie ignorierte den Schmerz. ?Verschwinde, das ist mein Experiment, wie ich mich nicht in deine einmische. Das war unsere Abmachung.“

  Wovon sprach ?hm? War ihre Schwester an Experimenten dieser Kunst beteiligt? Aber… Shanna versteht überhaupt nichts... und zu weiteren Gedanken kam sie nicht mehr, als sie ein erdrückendes, beklemmendes und vibrierendes Gefühl im Raum wahrnahm. Die Luft bebte... alle Gl?ser in diesem Raum zersprangen um sie herum, verschiedenfarbige Flüssigkeiten spritzten durch den Raum und da vermerkte sie, wie der Dolch pl?tzlich von ihrem Hals genommen wurde, wie Emily ihre Ohren mit ihren H?nden bedeckte und ihre Augen zukniff, als sie unsagbare Schmerzen spürte und in eine gebeugte Haltung ging. Der Mann im blutigen Kittel und seiner dicken zersplitterten Brille… die kleinen Glassplitter waren in seinen Augen gedrungen und nun durch seine H?nde vor blutigen Schmerzen verborgen, w?hrend er vor Qual in die Knie ging. Sein Mund lautlos zu einem Schrei aufgerissen. Aber sie vernahm durch ihr fehlendes Geh?r überhaupt nichts wahr. Dafür aber sahen ihre Augen jetzt umso besser, die... die sich vor lauter Verst?rung weiteten.

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